Der Motorbootführerschein
Wie im Straßenverkehr gibt es auch auf unseren Wasserstraßen und auf hoher See Verkehrsregeln und Vorschriften. Nicht jeder darf mit einem Segel- oder Motorboot unterwegs sein und fahren wie er möchte. Speziell für das Führen von Motorbooten gibt es Regelungen für einen entsprechenden Motorbootführerschein.
Innerhalb Europas gibt es für bestimmte Bootstypen mit geringer Leistung Unterschiede und Ausnahmen. So ist beispielsweise in den Niederlanden und Belgien das Fahren eines Hausbootes zu Urlaubszwecken mit geringer Motorleistung und geringer Geschwindigkeit seit jeher frei von Auflagen.
In Deutschland sind für diese Bootsgattung erst seit wenigen Jahren Ausnahmegenehmigungen in begrenztem Fahrgebiet wie etwa der Mecklenburgischen Seenplatte erhältlich. Hausboote dürfen dort nach einer gründlichen Einweisung übernommen und ohne Motorbootführerschein gefahren werden. Anders verhält es sich mit Motorbooten ab 6 PS. Für sie ist ein Motorbootführerschein erforderlich.
Die Motorbootführerscheine unterteilen sich nach den Leistungsklassen und den zu befahrenden Gewässern. Sind nur Binnengewässer angestrebt oder sollen auch küstennahe Streifen bis zu 12 oder bis zu 15 Seemeilen befahren werden, sind jeweils unterschiedliche Motorbootführerscheine erforderlich. Für den Bodensee ist ein besonderes Patent zu erwerben Obwohl er ein Binnengewässer ist, bietet er wegen seiner enormen Größe besondere Bedingungen und birgt besondere Gefahren. Für die einfachste Stufe des Motorbootführerscheins muss man ein Alter von mindestens 16 Jahren erreicht haben. Für die höheren Stufen ist ein Mindestalter von 18 Jahren und meist eine allgemeine Fahrerlaubnis für PKW oder Motorräder nachzuweisen. Der Erwerb eines Führerscheines für Motorboote gliedert sich in einen theoretischen und eine praktischen Teil. Neben seemännischen Regeln werden auch Knoten und Notfallmanöver geübt.
Bei der Prüfung wird wie bei anderen Führerscheinen zunächst die theoretische Prüfung abgelegt. Nur wenn sie bestanden wurde, folgt die Prüfung der praktischen Anteile. Fahrschulen für Motorbootführerscheine sind auch im Binnenland zahlreich vertreten. So kann immer in der Nähe von Gewässern mit derartigen Fahrschulen gerechnet werden. Hamburg mit der Alster, Berlin mit dem Wannsee, Bitterfeld oder Dresden mit den gefluteten Tagebaugebieten oder Augsburg mit dem nahe gelegenen Ammersee sind aussichtsreiche Adressen. Die Kosten für einen Motorbootführerschein richten sich nach der zu erwerbenden Klasse. Im Vergleich zur Fahrerlaubnis für PKW sind sie moderat.
