Kugelschreiber in Heimarbeit montieren
Wer hat sie nicht schon einmal gesehen: die Stellenangebote, die eine Arbeit als Kugelschreiber-Montierer anbieten? Es gibt so gut wie keine Zeitung und keine Internet-Jobbörse, in der diese Inserate nicht zu finden sind. Es ist eine verführerische Vorstellung: Kugelschreiber in Heimarbeit zusammenbauen, kein Chef, der einem dabei über die Schulter guckt, man kann sich die Zeit frei einteilen – wenn man Langschläfer ist, fängt man einfach etwas später am Tag mit der Arbeit an -, man kann die Kugelschreiber sogar bequem beim Fernsehen zusammenschrauben und das Beste: Laut der Anzeigen kann man damit eine Menge Geld verdienen.
Um es kurz und knapp zu sagen: Diese Tätigkeit gibt es nicht.
Kugelschreiber werden heutzutage mit Maschinen in kürzester Zeit zusammengefügt – so schnell könnte es der beste Heimarbeiter nicht – und das für viel weniger Geld, als das Montieren von Kugelschreibern in Heimarbeit kosten würde. Man muss sich nur in Geschäften umsehen: Dort gibt es Kugelschreiber im 100er-Paket für unter 5 Euro – warum also sollte jemand in Heimarbeit zusammengeschraubte Kugelschreiber kaufen, bei denen 1 Stift knapp 1 Euro kosten würde?
Die Anzeigen, die so verlockend klingen, sind nicht seriös und es stecken die unterschiedlichsten Betrugsmaschen dahinter. Gerne wird eine Telefonnummer angegeben, unter der man sich melden soll, die nicht kostenlos ist. So wird man mit nur einem Anruf eine Menge Geld los, ohne auch nur das Geringste dafür zurückzubekommen.
Ein anderer Trick der Betrüger ist, dem Interessenten zu erzählen, dass genügend Jobs als Kugelschreibermontierer vorhanden seien, allerdings eine kleine Vermittlungsgebühr fällig werde – und schon ist man 50 Euro los, ohne als Gegenleistung die Arbeit zu bekommen.
Ebenfalls eine beliebte Masche ist, dem Interessenten ein Art Starterpaket mit Kugelschreibereinzelteilen gegen eine Gebühr zu schicken. So bezahlt man mehrere Hundert Euro für die Kugelschreiberteile, montiert sie dann auch in Heimarbeit zusammen und wenn man sie dem Lieferanten zurückverkaufen will, ist dieser nicht mehr erreichbar.
Zusammenfassend kann man sagen, dass alle Arbeiten, bei denen der angebliche Arbeitgeber im Vorfeld Geld vom Arbeitnehmer haben will – sei es für Materialien, in Form von gebührenpflichtigen Telefonnummern, für Info-Material oder Kurse -, unseriös sind. Also Finger weg von solchen scheinbar großartigen Angeboten.
