Leinölfirnis als Oberflächenschutz
Leinöl wird aus der Flachspflanze gewonnen. Dazu werden die Leinsamen zerquetscht und unter Druck ausgepresst. Natürliches Leinöl trocknet recht langsam an der Luft. Deshalb ist der Trocknungsprozess der mit Leinöl getränkten Hölzer etwas langwierig. Um den Trocknungsprozess zu beschleunigen, werden dem Leinöl spezielle Stoffe zur schnelleren Trocknung zugesetzt – auch Leinölfirnis genannt.
Leinölfirnis als Oberflächenschutz
Leinölfirnis wird zur Behandlung von Holzoberflächen im Innen- und Außenbereich, aber auch für Kork, Ton und Naturstein verwendet. Mit Leinölfirnis behandelte Oberflächen sind schmutz- und wasserabweisend. Leinöl lässt sich leicht verarbeiten, zieht schnell in das Holz ein und ist sehr ergiebig.
Durch seine guten Diffussionseigenschaften kriecht das Leinöl in kleinste Spalten und Ritzen und schützt das Holz zuverlässig gegen klimatische und andere äußere Einwirkungen. Wurde das Holz beschädigt, kann mit einer neuen Lasur aus Leinölfirnis der Oberflächenschutz schnell wiederhergestellt werden. Leinölfirnis hat den Vorteil, dass es als Oberflächenschutz nicht reißt, wie es beispielsweise bei einer Lackierung vorkommen kann.
Verarbeitung von Leinölfirnis
Der Untergrund (Holz, Kork, Ton oder Naturstein) muss trocken, sauber und fettfrei sein, damit das Leinöl gut eindringen kann. Sehr saugfähige Untergründe kann man mit verdünnter Leinölfirnis vorbehandeln. Das Leinölfirnis wird dünn und gleichmäßig aufgetragen, bis die Oberfläche seidenmatt schimmert. Zu beachten ist dabei, dass das Leinöl nicht auf der Holzoberfläche verbleiben sondern vollständig in das Holz eindringen soll.
Verbleibt das Leinöl auf der Holzoberfläche, entsteht ein klebriger Rückstand auf dem Holz, der nicht mehr einzieht. Diese Rückstände kann man nach der Aushärtung leicht mit einer Ziehklinge entfernen. Die Trockenzeit beträgt je nach Temperatur und Luftfeuchte der Umgebung bis zu vier Wochen. Während der Trocknungszeit muss das Holz besonders schonend behandelt werden.
Der typische Ölgeruch nach der Oberflächenbehandlung ist unschädlich und verschwindet nach wenigen Tagen. Auch die zugesetzten Trockenstoffe sind gesundheitlich unbedenklich.
Mit Leinölfirnis behandelte helle Hölzer erstrahlen in einem warmen Goldton, was die natürliche Holzmaserung erst richtig zur Geltung bringt. Die Reinigung erfolgt mit lauwarmen Wasser ohne Reinigungszusätze, um den Schutzmantel nicht zu zerstören.
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