Swaggen und Co: Das bedeuten die Unwörter des Jahres 2011

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Die Wahl zum Unwort des Jahres ist alle zwölf Monate wieder eine heitere Angelegenheit – die auch stets ein wenig Kritik beinhaltet. Obwohl die menschliche Gabe zur Wortneuschöpfung an sich keineswegs verwerflich ist, stößt vor allem die inflationäre und oft auch sinnentfremdete Verwendung dieser Wörter so manchem bitter auf.

Das Jahr 2011 machte in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Die Unwörter des Jahres 2011 werden zwar erst am 17.1.2012 bekanntgegeben, trotzdem möchten wir hier schon einmal unsere Favoriten auflisten.

Die 5: Stresstests und Banken

Eine der notwendigen Voraussetzungen zur Wahl zum Unwort des Jahres ist eine weit überdurchschnittliche mediale Präsenz. Der vielzitierte Stresstest erfüllt dieses Kriterium völlig mühelos. Im Zusammenhang mit der rhythmisch taumelnden Finanzwelt steht der Stresstest für eine simulierte Zerreißprobe der Großbanken, die Erkenntnisse darüber liefern soll, ob die jeweilige Bank selbst unter schwersten Bedingungen handlungsfähig bleiben kann. Dennoch: Es klingt fast wie eine Ironie, dass ausgerechnet jene Banken, die mehr als nur einmal für so manchen Stresszustand innerhalb der Bevölkerung gesorgt haben, in Form von Stresstests im Jahr 2011 auch sämtliche Schlagzeilen und Nachrichtensendungen beherrscht haben.

Auf der 4: der Bundestrojaner

Der Bundestrojaner hat 2011 für viel Aufsehen gesorgt – dabei ist er nicht einmal eine neue Erfindung. Bereits 2007 stand er als potenzielles Unwort des Jahres bereit; es sollte allerdings weitere vier Jahre dauern, bis er erneut und umso kraftvoller in der Öffentlichkeit auftauchte. Ob dies nun Fluch oder Segen war, braucht angesichts der Situation wohl nicht näher diskutiert zu werden.

Der erste Podestplatz: Plagiatsaffäre

Die Fakten vorneweg: Ohne Frage geht der Begriff Plagiatsaffäre auf den ehemaligen Bundesminister und Doktor rer. pol. Karl Theodor zu Guttenberg zurück, obwohl dieser das Wort gewiss niemals in den Mund genommen hat. Wird ungeachtet aller Umstände bloß das Wort und dessen Aufbau selbst betrachtet, so fällt schnell auf, dass es dem Begriff ein wenig an innerer Logik mangelt – schließlich sind Plagiate nicht in der Lage, Affären einzugehen.

Die Silbermedaille: Biosprit

Der Biosprit, an der Zapfsäule auch E10 genannt, geht als die vielleicht unrühmlichste Erfindung aller Zeiten in die Geschichtsbücher ein. Denn neben vielen technischen Unwägbarkeiten und einer unübertroffenen Intransparenz bezüglich der Preise ist es schon der Begriff Biosprit selbst, der sich jeder Fassbarkeit entzieht und auch wissenschaftlich keinen Sinn ergibt.

And the Winner is: Dreh den Swag auf

Das Jugendwort des Jahres 2011 hat gute Chancen, zugleich auch das Unwort des Jahres 2011 zu werden. Das Mysterium rund um den (oder das) Swag beginnt schon damit, dass wirklich kaum einer weiß, wofür es eigentlich steht. Die Erklärung ist jedoch recht einfach: wer swaggt, ist lässig und kommt gut an. Mit anderen Worten: Er ist “cool”. Warum es dann eines neuen Wortes wie Swag bedurfte, bleibt zu klären.

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