Antike und moderne Weichholzmöbel

Weichholzmöbel sind in den meisten Fällen aus Fichten- oder Kiefernholz gefertigt; die Verwendung anderer Weichhölzer, zum Beispiel Pappel oder Erle, ist selten. Möbel aus diesem Material gibt es in großer Zahl etwa seit Beginn des 19. Jahhunderts. Gut erhaltene ältere Stücke sind selten.

Antike Weichholzmöbel

Die antiken Weichholzmöbel sind heute begehrte Sammlerstücke und auf Flohmärkten und in Antiquitätengeschäften von Düsseldorf bis Berlin zu finden. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die verschiedenen Teile, zum Beispiel eines Schrankes oder einer Kommode, nicht verschraubt, sondern gezapft und mit Holzleim verklebt sind.

Scharniere und Beschläge sind bei den antiken Stücken nicht aus Plastik, sondern aus Metall und weisen die besonderen Stilelemente der Entstehungsepoche auf. Besonders schöne Stücke stammen aus der Zeit des Jugendstils. Begehrt sind auch skandinavische Weichholzmöbel aus den fünziger Jahren, die sich durch Schlichtheit und besonders sorgfältige Verarbeitung auszeichnen.

Restaurieren von Weichholzmöbeln

Die Oberflächen der antiken Weichholzmöbel wurden entweder gewachst, um die natürliche Maserung zu erhalten oder gebeizt und anschließend lackiert. Viele Weichholzmöbel sind im Laufe der Zeit mit farbigen Lacken bearbeitet worden, so dass die guten Stücke kaum noch als solche zu erkennen sind. Zum Restaurieren müssen die Holzteile vorsichtig abgebeizt und gegebenfalls einer Holzwurmbehandlung unterzogen werden. Anschließend werden schadhafte oder fehlende Holzeile, Schmuckelemente oder Beschläge erneuert. Danach wird das Möbelstück neu gebeizt und lackiert oder lediglich gewachst.

Moderne Weichholzmöbel

Weichholzmöbel waren keine Repräsentiermöbel, sondern auf Grund der großen Verfügbarkeit des Materials preiswerte Gebrauchsprodukte. Wurden die ersten Stücke noch individuell von Schreinern oder Tischlern angefertigt, verlagerte sich die Produktion durch den großen Bedarf in die Möbelfabriken. Weichholzmöbel wurden zum Massenartikel. Heute gibt es viele bekannte Hersteller, die sich auf Weichholzmöbel spezialisisert haben und zerlegte Möbel vom Regal bis zu Schrankwand zum Selbstaufbau anbieten.

Im Gegensatz zu den antiken Stücken werden die einzelnen Teile in der Regel verschraubt. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die Schraubstellen nicht sichtbar innen oder unten liegen. Moderne Weichholzmöbel gibt es in jeder Stilrichtung und in allen Farben. Einige sind antiken Stücken nachempfunden, haben aber nicht immer das Flair echter Antiquitäten. Ein großer Unterschied ist in den verschiedenen Preissegmenten sichtbar. So sind beispielsweise diese Sideboards durchaus mit den antiken Möbeln im gleichen Stil arrangierbar ohne dass das Gesamtbild abgewertet wird. Generell gilt auch: Antike und moderne Weichholzmöbel lassen sich gut kombinieren. Ein alter Bücherschrank passt hervorragend zu einem modernen Schreibtisch.

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