EHEC-Infektion sorgt für Durchfallwelle in Norddeutschland
Von den Ansteckungen mit dem unter Umständen lebensgefährlichen EHEC-Erreger waren bis Samstag, dem 21.05.2011, allein in Hamburg 13 Menschen betroffen, die stationär behandelt werden müssen. Aktuell warnen die Behörden im Norden vor den Durchfallerkrankungen. Das Kieler Gesundheitsministerium geht von insgesamt 20 Fällen aus, in Niedersachsen könnten aktuell 12 Menschen erkrankt sein.
Die Übertragung der Bakterien
Die Ansteckung erfolgt durch Kontakt mit Mensch oder Tier, aber auch durch kontaminierte Lebensmittel wie Rohmilch oder Rindfleisch. Die Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, wässriger, unter Umständen blutiger Durchfall und schwere Bauchschmerzen. Eine der schwersten Komplikationen ist Nierenversagen.
Der Erreger Enterohämorrhagische Escherichia coli tritt in Deutschland regelmäßig auf, seit die Meldepflicht im Jahr 2001 eingeführt wurde, registriert das Berliner Robert-Koch-Institut jährlich ca. 800 – 1.200 Erkrankungen. Im Mai 2011 verläuft der Anstieg der Fälle sehr rasch, daher kamen am Samstag Mitarbeiter vom Robert-Koch-Institut und von Gesundheitsämtern in Hamburg zusammen.
Die Hamburger Patienten stammen aus verschiedenen Stadtbezirken und sind zwischen 11 – 73 Jahre alt, was die epidemiologische Einordnung erschwert. Eine direkte Ansteckung gilt als nahezu ausgeschlossen, aber auch ein von allen Betroffenen verzehrtes Lebensmittel konnte bislang nicht identifiziert werden. Man glaubt an eine gemeinsame Ursache, die nur noch nicht bekannt sei.
Der EHEC-Erreger
Die EHEC-Keime gehören zum Darmbakterium E.coli, das Durchfälle verursacht. Es tritt in mehreren Stämmen auf, zu denen EHEC gehört (1977 entdeckt). Die EHEC-Bakterien sind durch einige Besonderheiten in ihrer pathogenen Potenz erhöht, sie können sich an die Darmwand heften und mehrere gefährliche Toxine produzieren, darunter Gifte, welche die Blutzellen zerstören.
Die Erreger verursachen weltweit ansteckende Krankheiten, sie halten sich bevorzugt in Rindern, Ziegen und Schafen auf. Die Ansteckung erfolgt neben dem direkten Kontakt und dem Verzehr von tierischen Produkten auch durch kontaminiertes Wasser, selbst Badewasser. Schon die verschwindend geringe Zahl von 100 Bakterien genügt für eine Ansteckung.
Verlauf und Behandlung
Die Inkubationszeit beträgt meist 1 – 3 Tage, selten 8 Tage, dann tritt Durchfall auf, auch HUS (Anämie und Nierenversagen) ist möglich. Die Krankheit dauert bis zwischen 5 bis 20 Tage bei Erwachsenen an, bei Kindern kann sie sich (nicht zwingend) auch über Monate erstrecken. In dieser Phase ist die Krankheit ansteckend.
Die Bakterien werden nicht mit Antibiotika bekämpft, er wird schnell resistent und würde damit den Krankheitsverlauf verlängern. Daher werden Durchfallmedikamente gegen die Symptome gegeben. Man setzt bei der Therapie auf die natürliche Ausscheidung der Bakterien. Sollten hingegen die schweren Komplikationen wie HUS auftreten, werden diese intensiv, auch mit Blutwäsche, behandelt.
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