Das Faltboot Kolibri

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Seit der Mitte der 1950er Jahre wurden bei MTW Wismar in der ehemaligen DDR auch Faltboote hergestellt. Die Kolibri-Kajaks gehören zu den bekanntesten Booten und wurden in ganz Europa verkauft.

Als erstes Model wurde der Kurzzweier Kajak genannt „Urahn“ ins Leben gerufen. Er hatte eine Länge von 4,50 m und eine Breite von 0,76 m. Die Seitenhöhe betrug 0,26 m, der Tiefgang 0.14 m. Das Boot wog ohne Segeleinrichtung 24 kg. Das Gerüst war vierteilig und hatte 6 Querspannten. Es konnte maximal 180 kg Belastungen aufnehmen. Kennzeichnend waren Schrägstäbe im Bug- und Heckbereich, der Süllrand war hochkant und er besaß Massivholzspanten. Er musste aus ca. 40 Einzelteilen nach Anleitung aufgebaut werden, wobei nicht eine Schraube verwendet wurde. Alles wurde mit Klinkverschlüssen zusammengesteckt.

Dem Urahn folgten Kolibri 2, Kolibri 3, Kolibri 4 und schließlich Kolibri Tramp. Die Details der einzelnen Modelle wurden im Laufe der Zeit ständig verändert, auch wenn die Bezeichnung des Modells blieb. Faltboot Kolibri 2 und 3 ähnelten sich so sehr, dass fast nur ein Fachmann sie unterscheiden konnte. So konnte beim Kolibri 2 der Vordersteven durch Löcher im Holz und einem gelochten Blechstreifen die Länge verändert werden. Beim Kolibri 3 war hier eine Flügelschraube vorgesehen, das gelochte Blech entfiel. Bastler haben im Laufe der Zeit in den einzelnen Modellen auch Ersatzteile von anderen Modellen eingebaut.

Beim Kolibri 4 wurde die zulässige Belastung auf 210 bis 240 kg erhöht, obwohl die Abmessungen zu den Vorgängermodellen gleich blieben. Allerdings wurde der Linienriss stark verändert, der Bug schnittiger gestaltet, das Heck dafür bauchiger. Dadurch veränderten sich die Fahreigenschaften positiv. Während der Urahn auch noch teilweise mit Gummihaut bespannt wurde, sind die Folgemodelle nur noch mit PVC bezogen worden. Das Oberdeck besteht aus einem Baumwollgewebe in den Farben blau, grün oder rot. Der neueste Typ der Kolibri Reihe, der Tramp konnte schon etwas mehr Gewicht aufnehmen, so um die 268 kg, die Breite war um ca. 5 cm vergrößert worden.
Da man mit den Kolibri Faltbooten auch segeln will, das Faltboot aber kein Kielschwert besitzt, müssen Seitenschwerter aufgesetzt werden, die an einem Schwertbalken sitzen. Der Mast für das Segel wird auf den Spanten 5 aufgesetzt. Für Motorsportfreunde kann der Kolibri auch mit einem Außenbordmotor ausgerüstet werden, dieser hat eine Leistung von bis zu 1,84 kW.

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