Fastenzeit 2011 – wann, wie und warum überhaupt?
Die christliche oder katholische Fastenzeit 2011 geht von Aschermittwoch, 09.03.2011 bis zur Osternacht oder Ostersonntag, also bis Samstag, den 23.04.2011. Dieser Zeitraum ist angelehnt an die 40 Tage, die Jesus gefastet hat.
Aber was bedeutet das überhaupt – Fastenzeit? Mit dem Aschermittwoch ist gleichzeitig auch der Fasching oder Karneval vorbei. Das Wort Karneval leitet sich wahrscheinlich vom Mittellateinischen „carne levale“(carne+levare) ab, was soviel bedeutet wie „Fleisch wegnehmen“. Eine vereinfachte Erklärung ist die Übersetzung von “carne vale” als „Fleisch, lebe wohl!“. Die Fastenzeit hat eine lange Tradition im Christentum, aber auch in anderen Religionen, z. B. dem Islam, gibt es Fastenzeiten wie den Ramadan.
Fastenzeit – Nicht mehr nur katholisches Brauchtum
Ob es Fleisch ist, auf das man verzichtet, Kaffee, Nikotin, Süßigkeiten oder Alkohol – Fasten scheint wieder modern zu werden. Und das nicht unbedingt nur für (streng) gläubige Menschen. Laut einer forsa-Umfrage von 2007 für den „Stern“ wollen ca. 11,5 Mio. Menschen pro Jahr während der Fastenzeit auf bestimmte Nahrungs- und Genussmittel verzichten. Gerade wenn man es an Karneval nochmal so richtig hat krachen lassen, kann eine Zeit des bewussten Verzichts sowohl Körper als auch Geist wirklich guttun. Wenn man seine Alltagsgewohnheiten überdenkt und bewusst neu ordnet, schafft man Platz für Veränderungen und Perspektivwechsel. Vielleicht entdeckt man eine ganz neue Lebensqualität. Manchmal ist weniger eben einfach mehr.
Für mich bedeutet Fastenzeit, den Alkohol wegzulassen. Für 40 Tage. Ich gebe zu, das klingt für viele vielleicht hart, nicht, weil man Alkoholiker ist, sondern weil es ja einfach „dazugehört“ – das Glas Rotwein zum Essen, das Feierabendbierchen. Darauf verzichten? Wie soll das gehen? Es geht. Tatsächlich werde ich von einigen Freunden noch immer komisch angeschaut, wenn ich mir plötzlich Tee oder Wasser bestelle. Oder wenn ich in der Fastenzeit eben einfach nicht mit in die Kneipe gehe. Einige verstehen es nicht – andere finden es gut und fasten in diesem Jahr sogar mit. Das Alltagsleben wird ein bisschen anders, aber nicht schlechter. Und auch die Wochenenden bekommen eine neue Qualität. Zugegeben – als einziger nüchtern auf einer Party rumstehen kann manchmal nerven, aber auf eine Art gewinnt auch das einen Reiz…
Fastenzeit – Zeit für bewussten Verzicht
Alle Welt redet davon, was man konsumieren sollte, um „ein besserer Mensch“ zu sein. Wenn ich es mir leisten kann, kaufe ich natürlich nur fair gehandelten Biokaffee, meine Eier im Bioladen und mein Fleisch beim Demeter-Metzger… jedes Klischee der Bionade-Bourgeoisie erfüllend kaufe ich mich also nach und nach „in den Himmel“ ein? Warum sagt niemand: „Verzicht hilft“? Einfach ein bisschen weniger konsumieren. Durch Konsumverzicht Solidarität mit Benachteiligten zeigen und wirklich was für die Umwelt tun – auch das kann Fastenzeit bedeuten. Das mag mich nicht zwingend zu einem besseren Menschen machen, aber vielleicht bringt es mich dazu, mich freizumachen von Konsumzwängen, die ich in meinem Alltag gar nicht mehr als solche wahrnehme. Und ich kann mein Leben neu auf meine ganz eigenen inneren Wertvorstellungen ausrichten. Einen Versuch ist es wert. Jedes Jahr aufs Neue – von Aschermittwoch bis zur Osternacht.
Februar 18th, 2010 at 12:07
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März 3rd, 2010 at 22:42
Super Artikel!! Man merkt, dass der Herr durch dich spricht.
Auch ich werde in den 40 Tagen des Fastens wieder “All In” für Jesus gehen und den Glauben radikal zu leben.
Be unashamed, brother
März 19th, 2010 at 13:32
der von dir angegebene fastenzeitraum hat 46 und nicht 40 tage!
März 21st, 2010 at 17:39
@ celtichero
die 40 Tage ergeben sich,wenn man die Sonntage nicht mitzählt. Nach den katholischen Fastenregeln sind die Sonntage “Herrentage”, da darf das Fasten unterbrochen werden.
März 29th, 2010 at 16:11
Ich habe heute den letzten Tag meiner Fastenzeit, denn ich habe auch sonntags verzichtet.
Mein Fasten bedeutete Verzicht auf Fleisch, Fisch, unnötigen Zucker(Süßigkeiten) und Alkohol!
Ich habe dadurch eine völlig neue Qualität des Feierns entdeckt. Anstatt Bier haben wir Kaffee getrunken. Die Nacht wurde dadurch viel länger und der nächste Tag war nicht geprägt von Kater sondern man war ganz einfach nur putzmunter.
Ich kann den Verzicht nur weiterempfehlen. Auch nach diesen 40 Tagen, die wirklich teilweise nicht so easy waren, werde ich mein Ess- (und Trink)verhalten mehr unter Kontrolle haben als vorher.
Anbei, netter Artikel! Du hast recht mit dem was du schreibst…
April 4th, 2010 at 17:53
[...] was soll ich sagen, die Fastenzeit, ist wieder mal rum gebracht J Besonders viel gefastet habe ich dieses Jahr allerdings nicht. [...]